F-28000 Chartres 

Labyrinth-Reise 6. - 12. Juli 2010 

Eine Reise von Eveline, Martina, Ilse & Gabriela

Früh morgens fliegen wir von Wien nach Paris. Am Flughafen Charles de Gaulle übernehmen wir ein Auto und machen uns auf den Weg nach Chartres, vorher besuchen wir aber noch das sehr beeindruckende Schloss Versailles.

In Chartres  wohnen wir im Kloster St. Yves mit Blick auf die Kathedrale. Eine sehr nette und empfehlenswerte Unterkunft. Noch am Nachmittag besuchen wir die Kathedrale Notre Dame de Chartres, ein beindruckendes gotisches Bauwerk.

Die Kathedrale ist der Sitz des römisch - katholischen Bischofs von Chartres. Im Jahr 876 weihte Karl der Kahle an diesem Ort eine Kirche. Der bis heute gotische „Neubau“ begann ca. 1194 und die offizielle Weihe fand am 24.Oktober 1260 statt. Die Kathedrale ist über 130m lang und 64m breit. Im Jahr 1979 wurde die Kathedrale in das Register des Kulturerbes der Welt der UNESCO aufgenommen.

Das Labyrinth befindet sich im Mittelschiff nach dem Eingangsbereich.  Wir können es leider nur erkennen aber nicht begehen, da Sessel auf dem Labyrinth stehen, wissen aber, dass am Freitag die Sessel entfernt werden.

Die Tage bis Freitag verbringen wir in der Kathedrale, besonders beeindruckt sind wir von den Rosetten-Fenstern und dem Ausblick von den Türmen. Wir erkunden aber auch den Ort Chartres und seine Umgebung. Wir genießen unsere Zeit, die Vorfreude auf das Labyrinth ist groß.

Am Freitag dürfen wir das Labyrinth von Chartres bewundern: groß, mächtig und exakt – einfach wunderschön, wir empfinden Ehrfurcht vor den Arbeitern im Mittelalter. Viele Menschen begehen das Labyrinth, reges Treiben im Labyrinth, eine Frau mit Kinderwagen, ein Mann im Rollstuhl, manche ohne Schuhe, manche reden, manche schweigen, ... und wir sind da.

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Der Weg ist lang, viele Umkehrungen, viele verschiedene Begegnungen im Labyrinth aber trotzdem Zeit für Stille und der inneren Einkehr. Eine positive Erfahrung für uns. Gegen 17:30 Uhr werden aber die Sessel ohne Vorwarnung wieder auf das Labyrinth gestellt, wir sind fassungslos über diese Schroffheit.

Durch Zufall können wir mit einem Priester von der Kathedrale sprechen. Er ist bereit unsere Fragen zu beantworten. Da um 18:00 Uhr ein Gottesdienst stattfindet, werden die Sessel gebraucht, eine logische Erklärung, die uns wieder beruhigt. Unsere Empörung tut ihm auch Leid. Er verspricht, dass in Zukunft die Sessel gefühlvoller und mit Vorankündigung wieder auf das Labyrinth gestellt werden.

Es entwickelt sich ein sehr nettes Gespräch und er erzählt uns, was er über das Labyrinth weiß und welche Erfahrungen er damit schon gemacht hat:

  • Im Mittelalter gingen die Menschen durch das Labyrinth bevor sie einen Gottesdienst besuchten um innerlich rein zu sein.
  • Zu dieser Zeit spielten Priester zu Ostern mit einem goldenen Ball im Labyrinth.
  • Später wurden mehr Sitzplätze während des Gottesdienstes gebraucht, die Menschen nützten das Labyrinth nicht mehr und Sesseln wurden auf das Labyrinth gestellt.
  • Heute wird die Gemeinde 2- bis 3-mal im Jahr eingeladen das Labyrinth zu begehen. 
  • Jeden Freitag von Ostern bis Allerheiligen ist das Labyrinth für alle Menschen zugängig.
  • Nach Schließung der Kirche am Abend ist es möglich, gegen Voranmeldung das Labyrinth zu begehen. Die Priester behalten sich aber das Recht vor, diesen Veranstaltungen beizuwohnen und gegeben falls abzubrechen.

Wir sind beeindruckt von der Offenheit dieses Priesters.

Die letzten beiden Tage in Frankreich verbringen wir in Paris wo wir den Charme der Franzosen kennen lernen durften.

Am 12. Juli landen wir trotz Verspätung wieder gut in Wien und jede von uns geht wieder ihren eigenen Weg.

Eine labyrinthische Begegnung!